Kathleen Kilchenmann

Portrait Kathleen Kilchenmann

Spuren, die die Zeit hinterlassen hat, erzählen Geschichten. Scheinbar Vergängliches in einen neuen Kontext zu setzen beschäftigt mich auch in meinen aktuellen Werken. So auch der Titel, unter dem ich meine groß- und kleinformatigen Bilder zusammenfasse: Zeit_Spuren_Natur.

Meine Arbeitsweise

Meine Faszination geht von Materialien aus, die der Veränderung unterworfen sind. Birkenrinden, die ich im Wald finde, Rostfragmente in unterschiedlichsten Daseinsformen- und Zuständen, Verpackungen, die durch Feuchtigkeit Patina angesetzt haben, Wellpappenfragmente, die Struktur geben – jedes Teil hat ein Gedächtnis. Diese Achtung vor dem Material spiegelt sich in den zumeist collagierten Bildern wider.

Der Reiz geht vom Zufall aus. Die eigenwilligen Formen der Fundstücke, deren Plastizität und Haptik und Farbgebungen sind die Grundlage der Kompositionen. Dann beginne ich schichtweise zu arbeiten, grobe Grundstrukturen aus Sand und Erden sowie Acrylfarbe wandern ins Bild, Fundstücke, Zeitungsausrisse mit Texten, Papiere mit wie zufällig hin geklecksten Formen aus Tusche werden zurecht gerissen oder geschnitten und auf den Malgrund aufgebracht, übermalt, freigerieben, wieder übermalt und akzentuiert. Die Farbschichten aus Acrylfarbe wirken oft lasierend und sehr lebendig, werden mal schwungvoll ausgekratzt, durch Ölkreiden oder zarte Grafitstiftlinien ergänzt. Kräftige Farbflächen, die oft mit dunklen, körnig strukturierten Rahmen umgeben sind, geben den Bildern die so typische Körperlichkeit. Dichte Farbfelder, aufgeklebte Partien und Zonen gelenkten Zufalls werden zu einem spannenden Ganzen. Unterstützt wird dies zusätzlich von den teilweise tieferen Formaten der Leinwände. Malerei und Zeichnung gehen ein stimulierendes Miteinander ein.

Meine Arbeiten entstehen meistens über mehrere Tage und Wochen, bleiben gar ein halbes Jahr stehen bis an ihnen weitergearbeitet wird. Oft verwerfe ich auch erste Arbeiten und nehme sie zur Grundlage neuer Ideen. Meistens entstehen mehrere Arbeiten parallel, die sich gegenseitig beeinflussen, ähnliche Farben aufweisen – immer ist den Bildern auch das Spielerische im Umgang mit Material und Farben anzusehen und damit eine Fortentwicklung in den Bilderzyklen im Laufe der Jahre erkennbar.

Die verschiedenen Materialien, Formen und Spuren, die ich auf der Leinwand integriere, tragen für mich eine Botschaft des Werdens und der Vergänglichkeit des Lebens in der Natur. Dieses Geheimnis, als Thema und Komposition zu verarbeiten, ist eine Herausforderung und Ansporn zugleich.

Auszeichnungen

2. Preis Milan Art Fair, USA